Willkommen beim alltäglichen Wahnsinn einer Hausfrau.


Samstag, 30. Juni 2012

Tag achtundzwanzig.Rendsburg. D

Unsere Gastgeber begrüßen uns. Leider müssen wir ihnen mitteilen, dass wir uns nicht revanchieren können, bei uns müssten sie auf der Straße stehen. Danach brechen wir auf und fahren weiter bis nach Rendsburg und müssen feststellen, dass die Brücke von Seeland nach Fünen auch Geld kostet. Seufz. In Rendsburg nehmen wir dieses Mal den schönen Stellplatz mitten in der Stadt, schauen uns die Hebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal nebst Begrüßungszeremonie in einem Café an. Abends gehen wir PommesSchnitzel in der Fußgängerzone essen. 4,95€.
Wir sind ganz offensichtlich wieder in Deutschland.
8,00€

Brücke Seeland-Fünen

Rendsburg

Freitag, 29. Juni 2012

Tag sienbenundzwanzig. Munke Bjergby, DK.

Wir fahren an Göteborg vorbei - wir essen lediglich bei IKEA eine Kleinigkeit - nach Helsingborg und setzen mit der Fähre über nach Helsingör in Dänemark., das dauert ca 30 Minuten und im steten Wechsel. Weil starker Wind herrscht und unser Auto hoch ist, haben wir uns nicht für die Brücke, Malmö-Kopenhagen, sondern für die Fähre entschieden. 

Wir suchen auf Seeland im regennassen Nebel nach einem Stellplatz. Wir finden einen in 4190 Munke Bjergby bei Wohnmobilfreunden.
Das bedeutet, dass man im Garten kostenlos stehen darf (3-5 Stück), aber Ent- und Versorgung bezahlen muss, auch den Müll. Ein WoMo ist schon da, ein weiteres kommt später noch hinzu. Es ist nass und etwas trist, hinter den Gartenhecken plattes Land, dafür nur 5km von der Autobahn entfernt.

0,00kr
Helsingör

Donnerstag, 28. Juni 2012


Tag sechsundzwanzig. Stromstad, ??, S

Wir fahren mit dem Bus kostenlos nach Stromstad rein. Es ist strahlend blauer Himmel. Wir bummeln ein bisschen, aber eigentlich suchen wir nur ein Restaurant. Nachdem uns eines in erster Reihe am Wasser zu blöde war, finden wir ein kleines Restaurant mit nur zwei Menus,
die beide umgerechnet je 10€ kosten, alles incl. Also Getränke, Nachtisch, Kaffee, Kekse. Beide Menus sind lecker, wir essen zum ersten Mal preiswert in einer Kneipe und sind sehr zufrieden.
Dann geht es weiter nach Kungshamn. Sehr schön am Wasser gelegen ist es aber zu klein und zu eng um irgendwo stehen zu bleiben, ein CP ist definitiv zu teuer. Wir fahren weiter und finden einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum Wasser, er ist aber klein und brechend voll. Wir stellen uns daher auf den leeren PKW-Platz direkt daneben, bis uns ein Ordnungsdienst verscheucht. Also stehen wir 50m weiter auf dem Parkplatz einer kleinen Hafenferiensiedlung,
allein, ungestört und sicher zum Ärger der zahlenden Stellplatzler in Sichtweite auch kostenlos - zumal wir am nächsten Morgen auf dem Stellplatz entsorgen.

0,00kr
Stromstad

Bei Stromstad am Wasser

Mittwoch, 27. Juni 2012

Tag fünfundzwanzig. Stromstad.

Wir verlassen Oslo in Richtung Schweden. Da die letzte Brücke in Norwegen über einen Fjord 100kr kosten soll, fahren wir ins Hinterland nach Halden.
Dort ist zu unserer Überraschung ein Oldtimertreffen, es gibt geile Karren zu bewundern. Aber mautmäßig bringt es nichts, 100 kr werden trotzdem fällig.
In Schweden angekommen, wollen wir in Stromstad bleiben. Der ruhige Stellplatz ist etwas außerhalb an der Endhaltestelle eines Busses.

0,00kr

Halden

Oldie

Dienstag, 26. Juni 2012

Tag vierundzwanzig. Oslo.

Der Himmel ist blau. Deswegen radeln wir zuerst zu den Vigeland Statuen Park im Frogner Park. Vigeland ist der bekannteste Bildhauer in Norwegen. Er hat unzählige Statuen geschaffen, sie der Stadt Oslo geschenkt und diese hat den Park eingerichtet. Es sind ausschließlich Menschen: Männer, Frauen und Kinder. Höhepunkt ist neben dem Brunnen eine 17m hohe Säule aus einem Granitblock, in die der Künstler 19 Jahre lang 121 Figuren geschlagen hat. Okaayy, über Geschmack lässt sich nicht streiten, der Brunnen ist aber ganz schön. Danach fahren wir zur Halbinsel Bygdoy, wo das Norske Folkemuseum ist, das Kon-Tiki-Museum, das Fram-Museum und die Oskarshall sich befinden, und von wo man mit dem Schiff direkt zum Rathausplatz im Centrum fahren kann. Das machen wir dann auch. Dort gehen wir durch die Einkaufsmeile bis zum Hauptbahnhof und zurück. Das ergibt ein etwas anderes Bild von Oslo. Bettler aus Rumänien oder Bulgarien, Betrunkene oder Berauschte und ein Junkie, der sich in einem Seitenportal der Domkirche einen Schuss gesetzt hat. Direkt daneben eine Pizzeria, in der das Jubiläumsbier 0,33 58kr kostet, die Pizzen 135 und 165kr (wir erinnern uns, 1€ sind 7,5kr..) Wir überschlagen kurz, was uns ein Pizzabesuch kosten würde und fahren zurück, müssen noch einen Regenguss abwarten, kaufen ein paar Lebensmittel (fast immer um die 280kr) dann sind wir wieder am Auto. 
Eine ein bisschen ärgerliche Erkenntnis: Vor dem Folkemuseum ist ein Parkplatz. Auf dem hinteren Teil dürfen WoMos max 2 Tage stehen bleiben. Kosten pro Tag: 39kr. Und ruhig.
Wir bezahlen 200kr für einen Platz quasi an der Autobahn. Entsprechend laut ist er. Also nicht nach Dammen fahren, sondern nach Bygdoy, Norske Folkemuseum. Ist ausgeschildert, wenn man in Richtung Stellplatz auf der Marina fährt. Nur eine oder zwei Ausfahrten früher raus. Es gibt auch einen Parkplatz vor dem Fram Museum. Der hat den Vorteil direkt an der Fähre zu sein. Der Nachteil: 100kr pro Person mit Rad hin und zurück.
CP 200kr.
Vigeland Brunnen
Vigeland Säule
Oslo Domkirche

Montag, 25. Juni 2012

Tag dreiundzwanzig.Oslo.

Wir sind ein bisschen guckmüde. Wir lassen Lillehammer aus und fahren gleich nach Oslo durch. Toll 30, Toll 30, Toll 50,Toll 28kr , dafür wird fast die gesamte Innenstadt im Tunnel unterquert. Ausfahrt Ring 3 (1, 2, 3), nach Dammen und eine Ausfahrt wieder zurück zur Marina. Dort ist im hintersten Eck ein ausreichend großer Stellplatz am Wasser. Wir nehmen die Fahrräder und fahren hinten rechts zur Straße vom Hafengelände, dort befindet sich der Radweg E18 direkt in die Innenstadt. Man kommt in einer Neubauecke aus, die die Hamburger, Berliner, Düsseldorfer zusammen erblassen lässt. Ein ganzer Stadtteil edelst auf dem Reißbrett entstanden. Am Rathaus vorbei fahren wir zur Opera, einem Neubau, der immer neue Perspektiven und Details aufzuweisen hat. Der Himmel tut sein übriges dazu. Es sieht Klasse aus. Zum Glück bleibt die Sonne bis wir uns die Oper von innen ansehen und es fängt erst an zu regnen, als wir zurück am Auto sind. Schwein gehabt!
200kr mit Strom, Dusche und WLan.


Oslo Rathaus
Oslo Oper
Oslo Oper Klo


Hey, Anita, wenn du mitliest, herzlichen Glückwunsch nachträglich!!!
MammaMija, auch Dir alles Gute!
Tag zweiundzwanzig. Trollstigen, Lesja, Lillehammer

Wieder graublau mit Trend zu blau. Apropos blau. Die Blaubeermarmelade ohne Zuckerzusatz ist köstlich. Heute wollen wir es bis nach Lillehammer schaffen. Die "echten" Trollstigen schauen wir uns nur im Trollstigensenteret an, die gesamte Strecke nach Süden ist geschichtsgeschwängert, Schottenkriege, PeerGyntStraßen, Königswege, auch die nobelgepreiste Trilogie "Kristin Lavransdottir" (Reiselektüre für wenige Cent bei der Amazone) von Sigrid Undset spielt im Gudbrandsdalen, dennoch, der nächste Halt ist erst in Lesja (die Tankstelle in Dombas lasse ich mal aus, nur soviel: Nie mit Euro bezahlen.).
Die Eintrittskarte für die Kirche, sehr sehenswert von innen, ist auch gleichzeitig die Eintrittskarte für das Baufreilichtmuseum am selben Ort. Aber obwohl ich einen Eintritt für die Kirche löse, weigert sich Männe, damit ins Museum zu gehen. Er hat in Alesund von dem alten Schweizer gelernt:
Berge von unten, Kirchen von außen und Kneipen von innen.
Also, weiter auf den CP Lillehammer im Zentrum. Davon sehen wir zwar erst einmal nix, wir sind am See, England spielt gegen Italien, ich bin im freien WLan und Italien ist weiter.
270kr mit Strom, Duschen und WLan.


Trollstigensenteret 

Lesja

Lesja





Samstag, 23. Juni 2012

Tag einundzwanzig. Tresfjord, Andalsnes, Mjelva

Es ist graublau mit starkem Trend zu blau. Wir fahren weiter. In Tresfjord - dort gibt es LPG Propangas 62°31´20"  07°07´44" - machen wir Pause. Aus dem anderen WoMo, das am Wasser steht, kommt eine Frau und fragt uns, ob wir Makrelen haben möchten, sie hätten so viele gefangen. Ich winke ab, ich wüsste nicht, was ich mit dem Fisch machen soll. Sie sagt essen und schleppt mich mit zum Angelmann. Der nimmt kurzerhand die Fische, die er gerade geangelt hat, haut ihnen einen über die Rübe, sticht ihnen links und rechts in die Kiemen, damit sie betäubt ausbluten, aber im Vertrauen, sie zucken immer noch. Dann schnippelt er sie auf, filetiert sie, (so nannte er das, aber die Gräten blieben doch drin) und fragt uns, Männe war nun neugierig auch dazu gekommen, ob wir zwei oder drei Fische haben wollen. Wir bedanken uns für 4 Filets und lassen dafür Möhren da. Darüber freuen sie sich, ihr Hund, ein Labbi, frisst so gerne Möhren....
Wir fahren weiter nach Andalsnes, den ersten CP, unten am Wasser verschmähen wir noch, den zweiten oben in Mjelva nehmen wir schließlich. Es zieht wie Hechtsuppe, es geht ein starker Wind, dennoch präparieren wir unsere Makrelen, um sie auf dem eigens dafür gekauften Einmalgrill in Folie zu grillen. Sie sind wunderbar, allerdings eher gebacken, das nächste Mal lieber ohne Folie richtig braun. Nach fast 2 Filets ist mir fast schlecht,
den Rest überlasse ich Männe, der ganz begeistert ist und nun doch überlegt, ob er nicht angeln möchte. (Meine zahlreichen Fragen vor der Fahrt, ob ich ihm nicht eine Angel kaufen soll, hat er immer negativ beschieden.) Eine Kuh kommt abends zum CP hoch, um dort zu schlafen. Ihr Nachbar, ein Holländer, ist begeistert und knipst das Vieh.
62°32´41" 07°43´18"
CP 210kr ohne Strom mit Duschen

Tresfjord
Makrele
Kuh und Klompen

Freitag, 22. Juni 2012

Tag zwanzig. Alesund.

 Die Sonne scheint. Wir machen das Pflichtfoto mit Blümchen. Dieses Mal ohne Mohn, dafür mit Margeriten. Dann fahren wir mit den Rädern. Alesund nennt sich selbst die Jugendstilstadt, weil sie zur Jahrhundertwende 1900 fast komplett abgebrannt war und sie in den Jahren danach im zeitgemäßen Jugendstil wieder aufgebaut wurde.
 Okay, das ist so schon richtig, aber wer Jugendstil sehen möchte, ist mit anderen Orten vielleicht besser bedient. Aber auch hier: Spuren vom alten Kaiser Wilhelm. 
Wir radeln ein bisschen, trinken Kaffee im Jungendstilsenteret in einer alten Apotheke
und kaufen Pulswärmer in einem Laden namens Sydvesten, in dem Downies arbeiten. Brunholmgata 5b, nahe dem Scandic Hotel. Dringend mal reingucken. Sydvesten heißt auch die Werkstatt hinter dem Stellplatz, wo ebenfalls Downies arbeiten und fröhlich winken, wenn man reinschaut. 
Wir urlauben auf Teer, quatschen mit Schweizern, abends geht es ab in die Kneipe zum Fußballgucken. Zwei Glas 0,15l portugiesischer Rotwein aus dem Schlauchkarton
und ein 0,3l Glas Lettöl für 178kr. Das muss einem der Sieg schon wert sein. Deutschland:Griechenland 4:2. Das war nie im Leben ein Elfmeter. Die wenigen Zuschauer sympathisieren eindeutig mit den Deutschen. Ein Norweger trägt Trikot und jubelt bei jedem Tor mehr als wir.
CP 160kr, Kneipe 178kr, Café 89kr

Nr 59

Kyrkjegata 31

Lecker.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Tag neunzehn. Geirangerfjord, Alesund.

 Der Himmel ist blau!
Wir beschließen eine Geiranger-Rundfahrt auf einem Schiff zu machen. Das planen außer uns noch viele andere, zumindest um 11.30h. Davor und danach ist es leerer. So aber gibt es sowohl beim Ticketkauf, als auch bei der Schiffseroberung Stress. Überhaupt ist das kleine Dorf jetzt voll von Menschen, drei Riesen-Kreuzfahrtschiffe liegen schon im Fjord, Hurtigruten kommt noch dazu. Es wird aus- und wieder eingebootet, Dieselqualm liegt über dem Fjord. Alle wollen Touren buchen, Ausflüge machen, Bier oder Kaffee trinken, Kitsch kaufen. Die Fahrt selbst ist wunderbar, wir haben mit verschiedenen Frauen Spass - Männe mit einer Kreuzfahrerin, ich mit einer recht alten Dame aus Kanada. 
 Nach 1,5 Stunden sind wir zurück, verlassen den Stellplatz und klimmen die Trollstiegen rauf. Mittendrin erneut eine Aussichtsplattform, letzte Gelegenheit Fotos vom Geirangerfjord nach rechts wie auch links zu machen. Danach kehrt wieder herrliche, norwegische Ruhe ein. Wir halten, klappen unsere Stühle auf, nehmen eine halbe Stunde Urlaub in der Sonne, Männe pflückt schon mal Blümchen. Dann geht es weiter nach Alesund. Der erste CP Volsdalen ist ziemlich voll, der Besitzer meint, wir sollten gucken, er wüsste nicht, wo noch Platz sei. Wir werden von freundlichen Campern auf eine Zeltwiese geleitet, wo wir noch stehen können, auch wenn die Zelter etwas entsetzt schauen, fürchten sie doch, unter die Räder zu kommen. Alles steht dicht gedrängt, überall wird noch gebaut, sind grobe Flächen. Nee, das ist es nicht, ich will wieder weg. Wir fahren zum nächsten CP. Wir fahren und fahren. Ich frage.
No. Prinsen strandcamping no longer. Also, in den sauren Apfel gebissen, zurück in die Stadt, nun zum WoMo-Stellplatz auf geteerter Fläche. Wir fahren durch die Innenstadt, am Hafen vorbei, links, rechts, am Radisson vorbei, Hügel rauf und steil nach links runter zum Wasser. Und - wunderbar. Geteert, aber direkt am Wasser und - vor allem - leer. Nur einige wenige stehen dort. Dazu ordentliches Sanitär mit Dusche, sowie Ent- und Versorgung. Die Innenstadt ist fußläufig. Bloß der Hund ist etwas Grün am Suchen. Unser Konverter streikt. Deshalb setze ich mich für eine Stunde in den Vorraum des Behinderten-WCs und lade Compi und Kamera wieder auf.
Und dann geht zu allem Überfluss auch noch die Sonne über dem Meer unter. Blöd nur die Insel, die sie verdeckt. Aber welch Farbenspiel. Erst gegen eins werden die Farben fahl - Mitternacht eben. Richtig unter geht die Sonne nicht. Es bleibt, wie auch schon die Nächte vorher, hell.
160kr, kein Strom.

WoMos und Schiffe

Geirangerfjord



Alesund Sommersonnenwende


Mittwoch, 20. Juni 2012

Tag achtzehn. Lom, Geirangerfjord


Die Stabkirche ist eine sehr schöne. Überhaupt riechen diese alten Kirchen lecker zwischen Sauna und Holzpech. Noch besser riecht allerdings die künstlerisch angehauchte Bakeri og Konditori am reißenden Flußwasserfall, der Teig, aus dem das Teilchen mit Pudding gemacht ist, entspricht dem Berliner Splitterbrötchenteig perfekt, der Kaffe schlabbert sich nur so weg, das Wasser, es fällt und rauscht hinter der Fensterscheibe, selig.

Beim örtlichen großen Spar-Markt erstehe ich noch ein Knäuel der wunderbaren Mützenwolle, leider haben sie insgesamt nur 4 Mischfarben, wovon 3 doof sind. Weiter geht es. Ich sehe einen Hinweis: Haus von Knut Hansun in 500m. Wir finden es nicht sofort, denn es ist die kleine Hütte am Straßenrand. Aber: alles drin, Kamin, Tisch Stuhl und ein zweiter Raum mit Bett. Der Rest ist nicht erkennbar durch das einzige, winzige Fenster.
Allmählich bekommt Männe Bedenken, ob wir richtig sind. Nun, die Straße ist es wohl, allein die Richtung stimmt nicht. Also 20km wieder zurück nach Lom, im Kreisverkehr rechts. Es geht wieder rauf. Durch ein ausgedehntes Schneegebiet, durch rauhe Landschaft, an einem weitestgehend aufgetauten See entlang. Zu einem noch höher gelegen Aussichtspunkt zu fahren, darauf verzichten wir. Gut so, denn das hätte wohl Toll gekostet.
 Die Straße schlängelt sich zickzack steil wieder runter. Plötzlich Busse, WoMos, alles am Gucken. Wir halten auch. Und da liegt er: Der berühmte Geirangerfjord, der auch von den Kreuzfahrtschiffen befahren wird. Mittendrin liegt eines davon. Wir fahren nach Geiranger rein, an einer Flussmündung, direkt unten am Fjord ist ein ausreichend großer WoMo-Stellplatz. Die Sanitäranlagen sind gut, der Preis angemessen, allein es gibt nur in der ersten Reihe hinten links durch die kleine Kerbe zwischen den Bergen hindurch, Satellitenempfang. Ansonsten bleibt der Fernseher dunkel.
CP 190kr, Strom extra.

Bakeri og Konditori

Valldal?

Geirangerfjorden

Dienstag, 19. Juni 2012

Tag siebzehn. Graupne, Leirdalen, Lom.
 
Es ist hellgrau. Nur bei blauem Himmel wollten wir noch einmal auf den Nigardsbreen. So fahren wir ab, zuvor aber noch einmal auf den Bretserbreen (oder so ähnlich). Das Tal ist wunderschön, der Gletscher aber sieht nicht so mächtig aus. Danach geht es noch die Mautstraße von Espe rauf, um uns das Jostendalgletschergebiet von oben anzusehen, aber der Parkplatz oben soll gesperrt sein, also drehen wir vorzeitig um, wir sind lang, die Straße schmal. Über Graupne geht es rauf in ein Skigebiet, Leirdalen, in dem jetzt noch Langlauf möglich ist, und es sind auch tatsächlich noch etliche unterwegs. Rechts und links der Straße sind Steinhaufen aufgeschichtet. Sie stammen aus den Jahren 1936-39, als arbeitslose Jugendliche Wandermarken errichten mussten. Die Straße schlängelt sich durch wilde Landschaft, es gibt Geröllhänge, unter denen Anhalten kilometerlang verboten ist. Und immer wieder fällt das Wasser.
Unten wird die Landschaft wieder grüner, plötzlich eine Säule und ein altes Anwesen: Kunstmäzen Elvesetert hat einen alten Entwurf eines Denkmals über die norwegische Geschichte verwirklichen lassen. Obendrauf sitzt Rasmus (?) auf dem Pferde. Das alte Anwesen dient inzwischen als Hotel.
Es geht nach Lom rein. Der CP am Ortseingang erscheint uns als zu teuer und unattraktiv. Vor der Kirche ist Camping verboten, aber hinter dem Kreis, vor der Esso-Tankstelle, geht es runter auf einen CP, der ein wunderbares Toilettenhaus mit Sauna und Klappkaribik hat.
Und einen TV-Raum bei mangelndem Astra-Empfang.
CP 210kr, Strom extra.
Leirdalen

Elveseter

Lom Stavkyrkje

Montag, 18. Juni 2012

Tag sechzehn. Nigardsbreen, Ausläufer des Jostedalsbreen.

Es ist grau, es regnet leicht, wir sind unentschlossen, was tun? Schließlich entscheiden wir uns mit dem Rad zu einem anderen, einem weniger bekannten Gletscher zu fahren, der soll auch etwas näher sein. Kurz darauf jedoch stehen wir schon am Breheimsenteret, das letztes Jahr im Juli, vermutlich durch einen Blitzschlag verursacht, abgebrannt ist. Jetzt ist es nur noch ein Partyzelt mit Restauration und Toilettencontainer auf einer Baustelle, soll aber nächstes Jahr genauso wieder da stehen, wie es auf unzähligen Postkarten abgebildet ist. (Senter=Center) Vom Breheimsenteret geht eine mautpflichtige Straße zum Nigardsbreen, dem bekannten Gletscher. Nach ca 5km stehen wir an dem See, der dem Gletscher vorgelagert ist. Man kann ca 45 Minuten zu Fuß gehen, aber auch mit einem kleinen Boot über den See etwas näher ran fahren. 80kr für zwei Personen, hin und zurück, wir sind uns schnell einig. Von dort ist es immer noch ein Stück zu laufen, genauer: zu klettern, über die Endmoränen, bis fast an den Gletscher. Für das bisher beste Foto muss ich leider ein wenig näher ran, also, räusper, hinter die Absperrung.
Hat sich aber absolut gelohnt, trotz Regen ist das Foto gelungen. Es regnet immer mehr, auf dem Boot zurück fast schon in Strömen. Ab ins Senteret und Kaffee trinken. Danach mögen wir fast schon nicht mehr raus.
165kr CP, 35kr Strom, 80kr Boot, 75kr Kaffee, 70kr Wäschewaschen, 45kr Milch, Brötchen, Gurke, 120kr für 6 Dosen 3,65% Bier.
Jostedal Camping  61°37´53"  07°16´00"


Nigardsbreen
Nigardsbreen und ich

Sonntag, 17. Juni 2012

Tag fünfzehn. Urnes. Jostedal.

Es ist ruhig, sowas von ruhig. Und grau. Wir fahren nach Solvorn, stellen das Auto am Hafen ab und nehmen zu Fuß mit dem Hund die Fähre nach Urnes. (Hunde und Fahrräder kosten in Norwegen nie extra!) Die Fähre geht immer um voll nach Urnes und um halb zurück. Dabei hat sie ca 10 Minuten Aufenthalt jeweils. Heißt, eine oder zwei oder mehr Stunden Aufenthalt in Urnes. Wir gehen ca 15 Minuten steil den Weg rauf. Oben ist eine kleine Hausansammlung, zB ein Café und die Stabkirche. Nunmehr die älteste. Auch sie pechschwarz, noch kleiner und für einen Moment bin ich entsetzt, für diese Minikirche den Aufwand getrieben zu haben. Aber: Dieses Mal löst Männe ein Ticket und besichtigt die Kirche von innen. Dort erwartet ihn und die anderen Fährenfahrer ein grauer Rauschebart, der auf Englisch die Bauweise der Kirche erklärt. So erfahre auch ich, dass pechschwarz durchaus treffend ist: Ausreichend große Bäume wurde die Spitze und alle Äste abgeschnitten. Der dieserart verletzte Baum produzierte Baumteer und nach 10 Jahren war er schwarz, konserviert und wurde gefällt, bis tief in die Wurzeln, denn die Kurven zwischen Wurzel und Stamm wurden für Bögen verarbeitet. 
Draußen auf Männe wartend, werde ich nervös: Die Fähre kommt ganz offensichtlich, wir müssen runter, oder noch eine Stunde bleiben. Männe kommt, macht noch schnell 2 Fotos und wir rennen die Straße runter.
Wieder beim Auto fahren wir weiter nach Jostedals, zum Jostedalsbreen. (Breen heißt Gletscher.) Wir gehen in Jostedal auf den Campingplatz, bis zum Gletscher sind es dann noch 5 km. Es ist regnerisch, kalt, es kann eigentlich nur besser werden.
Fähre 128kr, Kirche 60kr, CP 200kr incl Strom u WLan.
Deutschland:Dänemark 1:1. Das nennt man Favoritensterben.

Urnes
Typische, freundliche Norwegerin

Samstag, 16. Juni 2012

Tag vierzehn. Vik, Sogndals

Es regnet, nein, es schüttet, seit dem frühen Morgen. Aber zum Glück sind Wiesen hier ganz was anderes - nämlich begrünte Felsen, und so kommen wir gegen Mittag auch gut weg. Wir fahren erneut durch ein Skigebiet - Fjerestad, dass in der Spitze nur 992m aufweist. Doch es liegt noch immer Schnee, teilweise bis zu 2m. Die Schneepfosten für den Schneeräumer an den Straßenrändern sind entsprechend mindestens 4-5m hoch. Es ist eine tolle Landschaft, nur weiß, grau-bräunlich und blau. Danach schraubt sich die Straße nach Vik runter, ein beachtliches Gefälle, hier können Bremsen schon mal gefordert sein, und besichtigen die Stavkirke von Hopperstad, und da man bemüht ist, alle Stabkirchen mit einem Attribut zu belegen, ist dies die besterhaltenste. Sie ist eher klein, sehr schwarz und sehr schön. Vor allem innen. Ursprünglich standen passend dazu rechts und links je eine tiefdunkelrote Blutbuche, aber eine ist irgendwann abgeholzt worden.
Großer Spar-Markt im Ort, die Entsorgung an der Tanke kostet 20kr. Wir nehmen in Vangsnes die Fähre nach Hella und gehen in Sogndal auf den Stedje-Camping am Ortseingang, wo wir mitten zwischen Apfelbäumen stehen.
Fähre 213kr, CP 185kr, Dusche 10kr, Entsorgung 20kr.

Fjerestad


Hopperstad/Vik

Hopperstad/Vik

Freitag, 15. Juni 2012

Tag dreizehn. Taulen.

Der Hund kriegt noch vorschriftsmäßig beim Tierarzt seine weitere Wurmkur, dann geht es weiter. Ein See liegt völlig still und spiegelt seine gesamte Umgebung. Es ist sonnig, ich entdecke einen Campingplatz. Der Mann ist freundlich, sagt, wir wären willkommen, aber es würde voll werden - in Voss fände ein... usw.. Wir fahren weiter. Beim nächsten CP checke ich schon fast ein, da erklärt mein Mann, dass es ihm dort zu laut sei. Also los zum dritten. Er ist sehr nett, ganz klein, von einer Frau geführt, man sieht es dem Platz sofort an. Die Straße ist zwar auch zu sehen, aber der 20m breite, laut rauschende Fluss davor nivelliert alle Geräusche. Direkt hinter dem Platz geht es steil rauf, die großen Brocken auf der Wiese scheinen Abbrüche zu sein. Am Fluss wurde ein Wanderweg in die Blumenwiese eingemäht.
Wir sind selig und liegen einen Tag lang eigentlich nur faul rum. Vom Kochen, Waschen, Duschen, Gassigehen, Fotografieren, Wäsche waschen, Texte schreiben, Fotos sichten und bearbeiten, Stricken und Strecke planen mal abgesehen. Grundsätzlich ist Urlaub ziemlich anstrengend...
185kr

Taulen - Faulenzen
und planen

Donnerstag, 14. Juni 2012

Tag zwölf. Bergen, Voss

Wir fahren mit dem Fahrrad nach Bergen rein. Wir schauen uns den alten Stadtteil Bryggen an, der Brügge sehr ähnlich sieht und wegen des ansteigenden Meeresspiegels gefährdet ist, im Wasser zu versinken. Schnell knipsen. Es ist wieder sehr kalt, die Sonne kämpft sich nur allmählich durch. Gegen Mittag fahren wir mit dem Auto zickzack durch die Innenstadt. Wir wollen zum Gamle Bergen. An einer Kreuzung sind wir unentschieden, ob wir dazu in Richtung Stavanger oder Oslo müssen, quasi Süd- oder Nordpol, deshalb fahren wir nach Himmelsrichtung, also links - und werden im großen Bogen nach rechts durch einen langen Tunnel direkt wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückgeführt. Aber okay, die Strecke kennen wir ja jetzt, daher alles auf reset. Wir biegen in eine Straße, wo uns auf dem Plan die Lage eingekringelt worden ist und verfransen uns in einem engen Sträßchen. Entnervt geben wir auf. (Tipp:Nach Oslo und auf das Schild Gamle Bergen warten.)
Bloß raus hier aus dieser Stadt ohne Parkplätze, dafür mit zahlreichen Telepassstationen. Auf nach Voss auf den Campingplatz, alles aufladen, e-bike, Kamera, Handy und uns auch. 30kr. 30kr. 30kr. 80kr. In Voss erwartet uns ein Schild: Full. Hm. Ich glaube, der Engländer sagt complete, aber das Ergebnis ist das Gleiche: Kein Platz mehr. In Voss findet ein Kinder-Fußballturnier mit 1000 Teilnehmern statt.
Also ab auf den örtlichen Parkplatz, der ist zwar entlang der Gigaline-Route E16, dafür beträgt die Parkgebühr auch nur 1/10.
20kr

Bergen-Bryggen

Kunst in Bryggen

Mittwoch, 13. Juni 2012

Tag elf.  Bergen.

Es regnet ziemlich. Zum Glück gibt es den großen Spar-Markt, der im Keller eine gut sortierte Stoff- und Wolleabteilung hat. Herrliche kleingestreifte und -karierte Baumwollstoffe in allen Farben. und mit 67kr/m recht preiswert. Ein Himmelreich für Patchworkerinnen. Nur gut, dass ich keine bin. Wir wollen in xx über den Fjord fahren, blöd nur, dass die Brücke erst 2013 fertig wird.
Wir zahlen für die Fähre und die Brücke, die wir nicht benützen können, klärt uns die freundliche Ticketverkäuferin auf, als wir wegen 267kr leise die Backen blasen. Auch für viele Norweger ist Norwegen ziemlich teuer. Noch einmal 80kr Telepass, dann fahren wir in Oystese am Kunsthaus Kabuso vorbei, dem Milleniumsort von Hordaland. Hinter Norheimsund erreichen wir
Steinsdalsfossen. Dort ergießt sich ein Wasserfall derart, dass man trocken unter ihm durchgehen kann. Trotzdem haben wir einen Schirm dabei, es regnet in Strömen. Wir fahren auf Bergen zu. 30kr Telepass. Wir suchen einen WoMo-Stellplatz. 30kr. Es ist eine Umleitung ausgeschildert. 30kr. Dann finden wir die Straße am Hafen. Kurz vor der Einfahrt: 30kr. 60kr wollen wir zurück, dass das mal klar ist. Der Stellplatz ist ein asphaltierter Platz mit säuberlich eingeteilten Feldern. Rundum wird gebaut. Direkt daneben die große Brücke in die Stadt. Das hat zumindest den Vorteil, dass man fußläufig in die Stadt kommt. Wir beschließen zu bleiben und bekommen den letzten, ausreichend großen Platz. Der dann letzte ist unmittelbar danach auch besetzt. Die, die danach kommen (18.00), müssen sehen, wo sie bleiben. Wir empfehlen eine Anreise bis 14.00, da man dann am nächsten Tag runter sein soll.
Männe guckt Deutschland:Niederlande: Goede reijs! Ich gehe mit dem Hund noch in die Stadt.
200kr, 50kr Strom, Heißwasser ab 2kr. (Der CP vor Bergen kostet das Gleiche.)
Damsgardsvej 99, 60°22´58" 05°19´01"


Steinsdalsfossen


Bergen vom Stellplatz aus

Dienstag, 12. Juni 2012



Tag zehn. Latefossen, Kinsarvik


Wir fahren an den Skistationen und den Liften vorbei. Es liegt noch Schnee, der nun rasant abtaut und überall Wasserfälle erzeugt. Wir fahren nach Latefossen, einem Zwillingswasserfall. Echt beeindruckend, da die Straße unmittelbar davor vorbeiführt. Kaiser Wilhelm hat dort einst einen Offizier verloren, als der in die Schlucht gestürzt ist. Dafür steht nun eine Gedenktafel da.
Es geht durch Tunnel und über Land, hoch und wieder runter, dann kommen wir quasi zum Gardasee, lieblicher und milder. Wir biegen in Kinsarvik ein, Tanke, Spar-Markt, Sparkasse, Fähre. Alles da. Wir bleiben auf einer Brachfläche direkt am Wasser stehen. Sehr schön.
60°22´29" 06°42´48"

Latefossen


Kinsarvik am Abend

Kinsarvik am nächsten Morgen



Latefossen



Tag neun. Ardal, Roldal.
Es ist grau, der Berg in den Wolken. Ein Aufstieg wäre im Moment schon gewagt. Was haben wir Glück gehabt.
Mit dem CP kommt Stress in unser Leben, wir müssen bis 11.00 ausschecken. Da man bei unbefugter Benutzung der Entsorgung oder der Duschen 200kr penalty zahlen soll, muss man bei Verspätung vielleicht....? Das sind schließlich Holländer, keine Norweger. Btw, den CP kannst du kaufen, hast du zufällig ein paar Millionen Kronen über?
Männe macht komplett alles, von Abwasch, über Saugen bis Frischwasser, damit ich ins Netz kann. Gestern abend, waren nicht nur ich, sondern auch der Compi platt. Also sitze ich im Café und trinke koffie. Merke: Die Welt ist global. Wir fahren weiter. Ein paar sehr alte Krickeleien in Solbakk.(Runen) Sehr schön: Die Gamle Kirka in Ardal. Sie ist komplett aus Holz und innen sehr ungewöhnlich gestaltet. Wir fahren mit der Fähre von Hjelmeland nach Nesvik, anschließend durch eine wunderschöne Landschaft. Hinter Lovaeidet, kurz vor Sand aufgepasst und das Foto klar gemacht: Auf der linken Seite, sehr pittoresk, eine kleine Insel im Fjord. Das Dumme ist, die Straße ist sehr eng, man kann kaum anhalten. Wir wollen bis Roldal, Stavkirkje gucken. Erneut haben wir Glück: Die Kirche liegt in der Sonne.
Wir nehmen den CP direkt an der Kirche, der Eigentümer ist, na klar, sehr nett, spricht deutsch und nimmt 125kr für sehr sauberes Sanitär. Er erzählt, dass seine Hauptsaison der Winter ist, Roldal ist Skigebiet. Zugegeben, der Gedanke in einem Kölei in Norwegen zu sein, kam uns
auch schon: Es liegt noch Schnee auf den nur 1500 Meter hohen Bergen. Und die Stangen am Straßenrand für die Schneeräumer sind mindestens 2,50m hoch.
(Keine Koordinaten. Das schafft man auch ohne. Immer der 13 nach.)


Ardal
Ardal

Roldal