Willkommen beim alltäglichen Wahnsinn einer Hausfrau.


Posts mit dem Label Rovaniemi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rovaniemi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 16. Juni 2014

Tag acht. Rovaniemi, Sodankylä.

Es sind 6 Grad draußen. Männe hat nachts die Heizung hochgedreht, als 15 Grad unterschritten zu werden drohten. Unter meiner arktischen Decke habe ich von all dem nix mitgekriegt.
Wir holen die Fahrräder raus, obwohl es heftig stürmt und ein Hagelschauer durchzieht. Auf dem Wetterdienst können wir sehen, dass wohl ein Tief von Norden durchzieht, das die Temperaturen drastisch senkt.
Eigentlich hatten wir vor, die Bauten von Alvar Aalto zu suchen, der die Stadt in den 50ern nach ihrem Abbrennen wieder neu entwickelt hat.
Aber bei der Wetterlage ist uns das schnurz, wir schauen die Kirche an und kämpfen uns dann gegen stürmische Böen zum Arktikum durch. das ist eine Ausstellung über Lappland, die Lappen, bzw Samen und über die Arktis.
Sie ist gut gemacht, noch besser ist das Essensangebot: Salat, Suppe, Kaffee oder Tee und Wasser für 8,50. Nimmt man das Hauptgericht dazu, kostet es 12 €. Ich prüfe das Salatbuffet. Nicht üppig, aber gut.
Lachs mit Paprika und Rucola, Hüttenkäse, süß eingelegter Kürbis, sowie klassisch Salat, Gurke, Tomate mit Basamico und einer ketchupähnlichen Sauce, dazu Gewürze.
Ich erwähne das so ausführlich, weil ich erbarmungslos zugeschlagen habe. (Zwiebeln, Oliven und Cashews habe ich außen vor gelassen.) Dafür verzichtete ich gerne auf Suppe und Kaffee.
(Totes Rentier in Brühe mit Kartoffeln ist auch nicht wirklich ein kulinarisches Highlight.) Danach ist mir schlecht. Aber zum Glück gibt es ja im Auto Grappa. Und vier Stunden richtig satt sein hat ja auch was.
Wir fahren weiter. Nach 7 Kilometern erreichen wir den Napapiiri - keine Modefirma, sondern den Polarkreis. Anhalten und ein Foto machen sind ein Muss.
Das Santa Claus Village Center schenken wir uns. Ganzjährig Weihnachten gibt es auch in Rothenburg.
Aber nun wissen wir endlich, wo der Weihnachtsmann wohnt.
Weiter geht es nach Sodankylä. Das Fußballspiel Deutschland-Portugal droht. Schnell noch eine Runde durch eine der ältesten (Holz-)kirchen Finnlands gedreht, ein pechschwarzes (im wahrsten Sinne des Wortes) Haus mit drei Dingern oben drauf, innen sehr rustikal. Umgeben von einem Friedhof mit Holzmauer. Dann noch durch den Supermarkt geeilt, der aber für Männe keine langen Unterhosen hat.
(Aber jedesmal, wenn wir losfahren, fragt er mich, was ich denn bloß alles mitnehmen würde...)
Wir nehmen den CP, nachdem wir uns vergewissert haben, dass in der Bar gegenüber Fußball gezeigt wird. Free WLAN gibt es auch, hoffen wir, dass es geht.
Fußball zumindest geht. 4:0 gegen Portugal. Nicht schlecht.
WLAN geht natürlich nicht.

Arktikum 


Rentierfoto im Arktikum
Am Polarkreis.
Holzkirche in Sodankylä.

Tag  sieben. Oulu, Rovaniemi.

Wir fahren weiter. Da die Sonne scheint, fahren wir spontan ab ans Wasser, fahren durch finnisches Erholungsgebiet mit kleinen Sommerhäusern im Wald. Schließlich bleiben wir irgendwo
hinter einer Scheune stehen, der Wind ist nicht nur heftig, sondern auch kalt. Aber im Windschatten ist gut sonnen. Das Wasser ist rot wie Rost.
Dann fahren wir weiter nach Rovaniemi, ein heimliches Zentrum für Nordkappfahrer. Sehr sportlich ausgerichtet, man könnte Skifahren, wenn Schnee läge, Fahrradfahren, Joggen. Nur schwimmen nicht. Am Zusammenfluss zweier Flüsse gelegen, ist das Wasser am CP zu verstrudelt.
Wir machen noch schnell einen Rundgang, über die Eisenbahn/Straßenbrücke hinüber, am Ufer entlang, über die neue Brücke zurück. Um halb elf gibt es einen Hagelschauer, danach strahlt noch einmal die Sonne.
Überhaupt ist das Wetter wie im April: Sehr schnell wechselnd, die Eisheiligen vorziehend. Es ist nachts empfindlich kalt.


Rovaniemi 22.45 MESZ